Was passiert beim Einäschern mit dem Zahngold?

Früher haben Krematorien teilweise mit Hilfe eines Ascheabscheiders das Zahngold aus der Asche herausgefiltert, um den hieraus resultierenden Erlös humanitären Organisationen zur Verfügung zu stellen oder zur Deckung der Kosten der Friedhofspflege heranzuziehen.
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) aus dem Jahr 2015 (Az.: 5 StR 71/15) gilt die Abzweigung des Zahngoldes als Störung der Totenruhe gem. § 168 Abs. 1 StGB und ist somit eine strafbare Handlung. Die Krematorien sind also nicht mehr berechtigt, das Zahngold aus der Totenasche zu entnehmen.
Das Singener Krematorium hatte sich übrigens aus Gründen der Pietät bewusst gegen eine Entnahme des Zahngoldes entschieden und somit auch in früheren Jahren bereits das Zahngold in der Asche belassen.

Zuletzt aktualisiert am 17.03.2016 von Redaktion "PIETÄT DECKER".

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